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Hitler tanzt. Zu den Klängen von Johann Strauß' Walzer „An der
schönen blauen Donau" fuchtelt er wild mit den Armen in der Luft
herum. Manchmal ruft er „deutsch", „typisch deutsch" oder „Deutschland".
Auf einem Spruchband, das unten am Fernsehschirm läuft, steht
„Liebe Damen, Herren und Neger", „Bimbo spielt Bongo" oder andere
provozierende Sprüche.
„Diese Installation muss abgestellt werden", entschieden die
Stadtwerke nur einen Tag nach der Eröffnung des Kunstwerks der
Gruppe „Leuchtstoff" in dem ehemaligen Fahrkartenverkaufsschalter
in der U-Bahnstation Kampstraße. Der Videofilm, der durch zwei
ca. je einen Zentimeter große Gucklöcher anzuschauen ist, habe
Neonazis angelockt. Davon fühlten sich die Fahrgäste gestört.

Ausschnitt aus der umstrittenen Installation
Foto: Reminghorst
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„Uns haben die Stadtwerke nicht erklärt, warum der Film abgestellt
wurde", bedauern Ralf Friedrich, Peter Mäder und Wolfhard Lieber
von „Leuchtstoff". Seit 1982 gibt es die Medienkunstgruppe. „Es
bringt nichts, so eine Installation ins Museum zu stellen und
damit auf einen Sockel zu heben. Dahin kommt nicht das Publikum,
das wir zum Nachdenken bringen wollen", so Mäder. „Wir wüssten
gerne, ob die Neonazis den Film positiv aufgenommen haben, oder
verärgert sind. Eigentlich kommt das, was wir meinen, schon rüber,
wenn man eine Minute lang zuguckt", denkt Ralf Friedrich.
Genau das ist wahrscheinlich das Problem, denn auch Fahrgäste,
die nicht durch das Guckloch schauen, hören außer der Musik Hitlers
Stimme mit den deutschtümelnden Worten. Und das befremdet. Die
Installation war Teil einer siebenteiligen Ausstellungsreihe,
die die Gruppe „Kunstknoten" organisiert hat. Sie wurde mit
10 000 DM aus Landesmitteln aus der Kampagne gegen Rechtsextremismus
finanziert.
„Leuchtstoff" sucht jetzt einen neuen Ausstellungsraum für die
Installation. Im Internet können sich Interessierte davon einen
Eindruck verschaffen.
JG
www.kunstknoten.de
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